Transition Austria

Machbare Schritte und profunde Innovationen für eine zukunftsfähige Lebensweise

liebe freunde,

diesen text haben wir jetzt in Venezuela verbreitet. er entstand noch vor dem tod unseres freundes, Hugo Chavez. er greift aber das auf, was heute im mittelpunkt der diskussion in Venezuela steht.

mit lieben gruessen, willi


die Menschen sind wichtig und nicht die Institutionen

debatte um die Prinzipien des Sozialismus (7)

liebe freunde,

wir setzen die diskussion um die prinzipien des sozialismus fort und wenden uns einer der kernfragen zu. die fragen der oekonomie, der bereitstellung der materiellen lebensgrundlagen, der technischen systeme und infrastrukturen, um jenes herzustellen bei vernuenftigem aufwand, was wir benoetigen, sind von ihrem wesen und anforderungen einfachst zu realisieren. sicher, wir muessen dabei auf dem boden der realitaet bleiben und koennen uns nicht in konsumistischen traeumereien verlieren, wenn wir es ernst und vernunftbehaftet tun wollen.

aber die wirklichkeit sieht anders aus. und nicht nur in Venezuela oder Lateinamerika. in allen zonen unseres planeten treffen wir auf die gleichen erscheinungsformen. gigantische buerokratien, gigantische sich selbst reproduzierende systemkonstruktionen erdruecken die menschen, zwingen sie zu den irrsinnigsten lebensformen, machen sie zu sklaven ihrer eigenen systematik. mit rationalitaet und vernunft und weisheit hat dies alles nichts zu tun.

dahinter verbirgt sich etwas ganz anderes, etwas ganz einfaches. es sind die elitaeren strukturen, die sich darauf gruenden, dass eine kleine gruppe von menschen ein unbegrenzt luxurioeses leben fuehren will, ohne sich selbst am aufwand dafuer zu beteiligen. in ihren augen ist der grossteil der weltbevoelkerung eine objektmasse, eine anzahl von sklaven, die fuer sie zu arbeiten haben.

da die direkte sklaverei auf dauer nicht funktioniert und weil sie selbst auch nicht in der lage waeren, dies organisatorisch zu realisieren und zu erhalten, wurden verschiedenste formen von staatssystemen und -theorien in die welt gesetzt. und wo der strukturelle zwang immer noch nicht ausreicht, werden religionen und alle ihre ableger und verlaengerungen, wie in den theorien zur oekonomie, zu rechts- und administrationssystemen generiert oder besser initiiert.

wenn wir aber den schleier des konstruktiven durchschreiten, dann sehen wir etwas ganz anderes. die grundlage unserer lebensweisen, unserer lebensformen sind die menschen selbst, die als teil der natur und in ihr agieren. dann verlieren sich ploetzlich all die zwaenge, die den grossteil ihres tuns bestimmen. wenn wir heute nuechtern uns auf der welt umsehen, dann sehen wir sofort, dass die menschen in den ballungszentren, in den staedten und in ihrem umfeld auch in den laendlichen gebieten sich ueberwiegend mit unsinn beschaeftigen. dass ihr tun in zwangssysteme eingebettet ist, das mit den wirklichen anforderungen nicht begruendbar ist. es sind allesamt dogmatische konstruktionen, die der kritischen analyse nicht standhalten.

wir brauchen kein militaer. und dies weltweit. wir koennen es sofort aufloesen. nichts wichtiges wird uns fehlen. im gegenteil. freie raeume entstehen. sowohl geografisch als auch handlungsorientiert. wir brauchen kein patent- oder lizenzrecht. wir brauchen keine buerokratien, keine repraesentativen instanzen, keine parlamente und all ihrem anhang. und wir brauchen keine staaten mit ihrem ganzen instrumentarium.

wir brauchen in der kooperation die menschen. dort, wo sie leben. in den kommunen. die kommunen sind die konstituierenden elemente von gesellschaften, es sind die netzwerke, aus denen heraus wir faehig werden, die wirklichkeit zu verstehen. sie sind stabil, wenn sie ueber eine stabile kommunale oekonomie verfuegen. dies ist die basis einer kommune, ihr kern. erst die kommunale oekonomie auf hohem selbstversorgungsniveau laesst eine kommune entstehen. kommunen sind nicht einfach nur orte, wo menschen zusammenleben als siedlungskonzentrat. kommunen entwickeln ihr eigenes lebenswesen, werden selbst lebendig, erzeugen ihre eigene lebensform.

kultur und unsere sozialen beziehungen ruhen darauf. sie sind nicht selbsterzeugend. starke kooperative basen erzeugen sie und sie wirken zurueck auf unsere grundlagen, auf unsere wirtschaftsweise. es sind kreislaufprozesse wie alle natuerlichen prozesse. unser denken steht diesem noch entgegen, weil wir die inneren gesetzlichkeiten nicht verstehen und uns in virtuelle konstruktionen fluechten.

Immanuel Kant hat die frage, was ist aufklaerung, kurz beantwortet: "die Ueberwindung der selbstverschuldeten Unmuendigkeit". wir koennen nicht ewig immer nur die anderen verantwortlich machen fuer all den unsinn, der auf unserem planeten passiert. die kapitalisten, die banker, die politiker, die partei- und gewerkschaftsfunktionaere, die staatsbeamten, die spekulanten und immobilienhaie und all die vielen, die sich dafuer anbieten.

elitaere, auf gesetzter ungleichheit beruhende gesellschaften tendieren zum nutzlosen gigantismus, zur ueberladung mit ueberfluessigem ueberbau. der verbrauch natuerlicher ressourcen steigt ins unermessliche. das wirkverhaeltnis zwischen aufwand und ertrag tendiert ins abstruse. es ist einer logik geschuldet, die sich nur noch aus sich selbst heraus begruendet. in allen bereichen heutiger industrieller instanzen koennen wir dies verfolgen. industrielle landwirtschaft, staedtearchitektur, gewinnung, verteilung und verbrauch von energie, bildung, militaer und vielem anderen. aber die kroenung schwachsinniger konstruktionen ist das geldsystem mit seinem sich verselbstaendigtem finanzsystem. die vernunft und rationalitaet wird mit dummheit und habgier ersetzt.

es liegt an uns. nur wir sind in der lage, eine neue welt erstehen zu lassen, wo die innere gesetzlichkeit des lebens sich ihre bahn brechen kann. sie kann es, weil wir zu ihrem traeger werden. weil wir die bedingungen unserer lebensart verstehen lernen. nur die menschen selbst in ihrer vielfalt im gleichen koennen dies erwirken.

die Menschen sind wichtig und nicht die Institutionen!

mit lieben gruessen,
willi uebelherr, wube@gmx.net, 03.03.2013
Merida/Venezuela

REDES Comunales Merida
www.redescomunalesmerida.wordpress.com
redescomunalesmerida@gmail.com

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