Transition Austria

Machbare Schritte und profunde Innovationen für eine zukunftsfähige Lebensweise

liebe freunde,

nachdem nun der diskussionsprozess um eine neue struktur des internets auf der basis des interkommunalen kommunikationsnetzwerks mit dem IPv8 protokoll begonnen hat und sich im lateinamerikanischen umfeld stetig verbreitet, sehe ich mich nun veranlasst, auch im deutschsprachigen umfeld die informationen und die diskussionsgrundlagen zu verbreiten.

bei einer derartigen aktion bleibt nicht aus, dass die menschen skeptisch reagieren, weil das internet in der hand und unter kontrolle international operierender kapitalmagnaten liegt und die vorstellung, dies aufzuloesen und mit einer freien, offenen, demokratisch organisierten plattform zu ersetzen, ausserhalb des denkraums des europaeischen untertanentums liegt.

deshalb ist eine derartige initiative nur in lateinamerika, speziell den ALBA-staaten und hier zuvorderst in venezuela, denkbar. venezuela ist dasjenige land, wo die bewegung fuer eine verselbstaendigung und staerkung sich selbst organisierender kommunen am weitesten entwickelt ist. zentrum dieser bewegung sind die Sala de Batallas, lokale zusammenkuenfte, wo die demokratische reorganisation ihre wurzeln hat.

demokratie ist diejenige organisationsform, in der jede person EINE stimme hat in allen angelegenheiten, die sie betreffen. dem steht die repraesentation polar gegenueber mit ihrer extremalform, wo eine person fuer alle entscheidet. dazwischen liegen all die vernebelungskonstrukte wie repraesentative demokratie, die parlamentarische repraesentative demokratie und all der schwachsinn, der im deutschsprachigen raum verbreitet wird.

fuer i. kant waren die verhaeltnisse schon damals viel klarer. demokratie oder repraesentative republik. nur diese beiden pole existieren. insofern koennen wir heute sagen, dass es weltweit, ausser vanuata, keine demokratie als staatsform existiert. es sind alles nur graue abbilder der repraesentativen konstruktion.

unser entwurf fuer das interkommunale kommunikationsnetzwerk ruht auf unseren philosophischen grundlagen der gleichwertigkeit aller menschen und loest jegliche form der sozialen selektion im zugang zum internationalen netzwerk auf.

es ruht auf sich selbstaendig organisierenden kommunen mit eigener serverstruktur und router und nutzt das netzwerk aus verbindungen nur zum transport. das internet ist also nur die summe der verbindungsstrecken zwischen kommunen und regionalen zentren, die aber selbst wieder kommunale instanzen sind. darauf laeuft das IPv8 protokoll als transporteinheit. was in den datenpaketen enthalten ist, interessiert uns nicht. wir nutzen ausschliesslich die informationen im IP-header.

die IP adresse im IP paket wird geografisch definiert. damit entfallen alle instanzen, die versuchen, die adressverteilung zu organisieren. wie die IANA und ihre regionalen ableger. das gleiche gilt fuer die bestehende IETF und ihre arbeitsgruppen, weil das IPv8 in der freien umgebung der open source gemeinschaft definiert wird und sich ihr resultat im sinne von Postel als RFC(request for comment) zum ausdruck bringt. privat-kapitalistische instanzen und institutionen haben hier keinen einfluss.

vielleicht gelingt es auch den deutschsprachigen freunden einer neuen welt, durch aktive verbreitung der idee und beteiligung an der internationalen diskussion diesen prozess der neugestaltung zu unterstuetzen.

im sinne von albert einstein
"Wenn Ideen sich verbreiten, dann werden sie zur Wirklichkeit"

mit lieben gruessen aus venezuela, willi (uebelherr)




1. Konzept des interkommunalen kommunikationsnetzwerks

Grundlage unseres wirkens ist die anerkennung der gleichwertigkeit aller menschen. Aus der gleichwertigkeit folgt auch die gleichberechtigung. Daraus folgt auch, dass wir an jedem ort ueber die gleichen bedingungen und moeglichkeiten verfuegen muessen, um unsere lebensumgebung zu gestalten.

Aus unserer alltaeglichen erfahrung ist uns bewusst, dass der mangel an kommunikativen netzwerkstrukturen das groesste hemmnis in der entwicklung von venezuela, insbesondere im laendlichen umfeld, darstellt.

Information und wissen sind die grundlagen zur entfaltung unserer taetigkeiten. Sie entscheiden ueber die rationalitaet unseres tuns, ueber sinn oder unsinn. Mit der einbindung in das weltweite internet koennen die lokalen kommunikationsnetzwerke den freien zugang zum menschlichen wissen herstellen.

Alle taetigkeiten beginnen mit der idee. Und ideen ruhen auf einsicht und wissen ueber bedingungen und moeglichkeiten. Die informelle funktion des netzwerks kann die menschen an jedem ort zu jeder zeit in die lage versetzen, sich fuer ihre taetigkeiten vorzubereiten. Sei es ueber studium oder erfahrungsaustausch.

Diese netzwerke sind in den industrialisierten laendern vollstaendig der kontrolle privatorganisierter geldeliten unterworfen und zentral organisiert, um die kontrolle aufrecht erhalten zu koennen. Sie ruhen auf informeller monopolisierung und privater aneignung allgemeiner resourcen. Sie koennen nur so existieren, solange sie auch die technischen infrastrukturen monopolisieren. Und weil ihr zweck die kapitalakkumulation ist, muessen sie auch den mangel und die einschraenkung organisieren.

Auf der grundlage unserer philosophischen orientierung kommunal-kooperativer gesellschaftsstrukturen ruht unser entwurf fuer ein kommunikationsnetzwerk auf den prinzipien der natur. Massiv parallel, massiv dezentral und massiv redundant. Es basiert auf kommunalen netzwerken mit eigener serverstruktur, die nachbarschaftlich verbunden werden und so ein maschennetz erzeugen, das die hoechste stabilitaet und redundanz aufweist. Dies ist der basislevel, der im prinzip bereits eine vollstaendige verbindungsstruktur ermoeglicht.

Darueber liegt das regionalnetz, das die besiedlungsdichten gebiete miteinander verbindet und so ueber regionale pfade schnelle direktverbindungen ueber laengere strecken ermoeglicht.

Darueber liegt das satellitensystem als redundantes netzwerk, das aber auf grund seiner extrem zentralisierten struktur die hoechste anfaelligkeit aufweist und deshalb nur als redundanzsystem betrachtet wird. Es dient aber der internationalen und interkontinentalen verbindung.

Kriterien der physikalischen struktur sind hohe redundanz, um hohe stabilitaet zu erzeugen. Die basis sind die kommunalen netzwerke, die den anschluss aller haeuser organisieren. jede kommune hat einen eigenen server mit allen notwendigen servermodulen und protokollen. Aus den kommunen werden menschen unterstuetzt, die sich um die technischen strukturen und instanzen kuemmern. Jede serverinstanz verfuegt auch ueber einen router, der die datenpakete weiterleitet.

Das regionalnetz stellt die schnellverbindungen her und besteht nur aus routern zum pakettransport. Das gleiche gilt prinzipiell fuer das satellitennetz, das zunaechst waehrend des aufbau's teile des regionalnetzes aufnehmen kann.

Das physikalische medium ist lokal/regional zu entscheiden zwischen leitungsgebunden und leitungsfrei. Leitungsfrei koennen richtfunk oder lichtstrecken sein. Es haengt von den distanzen und der notwendigen bandbreite ab.

Generell sind solche sich selbst gestellten aufgaben immer mit dem aufbau der notwendigen technischen infrastruktur verbunden. Jede aufgabenstellung erzeugt eine erweiterung der eigenen technischen kompetenz und realisierungsfaehigkeit. Wir wachsen immer mit unseren aufgaben, wenn sie uns nicht erdruecken.

Die physikalische plattform des immateriellen transportsystems, dem kommunikationsnetzwerk, ist nur der eine teil. Der andere ist die protokollebene mit seinen spezifischen algorithmen. Das netzwerk ist die transportplattform fuer alle arten von datentransfers. Text, sprache, bild und bildsequenzen. punkt zu punkt verbindung wie punkt zu vielpunktverbindung. Television und radio sind die typischen vertreter. Daneben gibt es noch konferenzstrukturen, die aber meist ueber einen server als 1:n-verbindung realisiert werden.

Auf der protokollebene, dem IP-pakettransfer, stellt sich die notwendigkeit, die IP-paket-adresse als regional codierte adresse zu organisieren. Jede kommune weltweit verfuegt damit ueber eine global statische IP-adresse und das internet reduziert sich auf den pakettransport. Dafuer wird auf internationaler ebene ueber die open source gemeinschaft ein neues IPv8-protokoll entwickelt. Es vereinfacht dramatisch die routingprozesse und stellt transparenz her. Damit naehert sich die adressierungsmethode dem briefverkehr. Begleitend wird der IP-paketheader gereinigt und auf die notwendigen bestandteile reduziert. Dazu gehoert auch die quellen-MAC-adresse, die teil des headers wird.

Wir setzen auf hoechste transparenz und technische vereinfachung, um das transportsystem auf seine wirklichen aufgaben, den unbehinderten pakettransport, zu reduzieren.

Auch telefonverbindungen sind punkt zu punkt verbindungen wie das TCP-protokoll. Die aufloesung, also die zeitbasis der analog/digitalwandlung, wird der zur verfuegung stehenden bandbreite unterworfen und dynamisch eingestellt. Nur die endgeraete unterscheiden sich vom allgemeinen transfer ueber das http-protokoll. Sie werden an den lokalen rechner angeschlossen und 24 stunden mit strom versorgt. Mobiltelefone, sofern notwendig, sind ueber kommunale funkraeume an den kommunalen server angeschlossen. die entscheidung hierfuer trifft die kommune. Auch die beruecksichtigung der gefahren durch elektrosmog.

Eine besonderheit sind die streamingkanaele. Es sind die 1:n-verbindungen, die ueber ketten von substreamservern realisiert werden. Die initiative uebernehmen immer die clients in den haeusern. Ueber den request eines clients an seinen server wird die streamkette aufgebaut, sofern sie noch nicht existiert. Der zeitlich letzte client loest den rest der kette wieder auf. So entsteht dynamisch die gesamtversorgung bei minimaler belastung und minimalem aufwand.

Die kommunalen und regionalen router organisieren den transport. Jeder router kennt seine umgebung, seine moeglichen pfade und verbindungen. Ueber das IPv8-protokoll ist es ihm einfach, die richtung des transports zu bestimmen, weil sie sich direkt aus der verknuepfung des regionalcodes der IP-adresse mit der seines ortes ableiten laesst. Unterbrechungen werden ueber die aufloesung von verbindungsinformationen sofort erkannt und temporaere umleitungen organisiert.

Jeder server verfuegt auch ueber ein DNS-modul, um die textuale adresse in die IP-adresse zu uebersetzen. Auch diese arbeiten mit dynamischen algorithmen, die sich an den lokalen anforderungen orientieren und so mittelfristig alle notwendigen adressaufloesungen zur verfuegung haben. Ueber DNS-server-netze werden die lokalen DNS-server bei einer neuen adressaufloesung unterstuetzt.

Wie alle entstehungsprozesse neuer infrastrukturen stellt sich auch hier die aufgabe des uebergangs von der einen zur anderen welt. Durch die entwicklung der aktualisierungsmethoden in der linux-umgebung ist es einfach, stetige verbesserung und fehlerbeseitigung zu organisieren. Die anbindung an die externe IPv4- und IPv6-umgebung wird ueber die kontaktinstanzen organisiert. Dabei werden international die regionalcodes so vorbereitet, dass sie allgemeine gueltigkeit haben. Dies organisiert die internationale open source gemeinschaft.

Intern in unseren netzen arbeiten wir ausschliesslich mit dem regional codierten IPv8-protokoll. Das heisst auch, dass wir parallel das kommunikationsnetzwerk zu den bestehenden, zentral- und privatorganisierten strukturen realisieren und an den verbindungsstellen suksessiv die adressuebersetzung vornehmen, bis ganz venezuela, die ALBA-staaten und dann sued- und mittelamerika auf dieser grundlage operieren.

Die ausdehnung des kommunal-basierten kommunikationsnetzwerkes orientiert sich nicht an tradierten, kolonial organisierten staatsgrenzen, sondern ist impliziter teil der kommunen, die sich den moeglichkeiten freier und unbehinderter kommunikation oeffnen wollen. Es bleibt immer die entscheidung der kommunen, dies zu lassen oder zu tun. Die technische unterstuetzung der kommunen in diesem prozess ist unser aller werk.



2. konzepte und intentionen fuer ein neues IPv8 protokoll

die geschichte des internet ist die geschichte des kampfes zwischen dem bestreben, den freien fluss des wissens- und erfahrungsaustausches innerhalb der weltbevoelkerung zu ermoeglichen und den kraeften der kapitalisierung aller lebensformen und lebensprozesse. die kapitalisierung erfordert die stetige zugangsrestriktion durch monopolisierung und private aneignung der allgemeinen resourcen. der freie fluss von wissen und information erfordert den freien zugang zu den technischen transportstrukturen und ihren konstruktiven instanzen.

der begriff internet umfasst sowohl das physikalische transportmedium, die physikalische verbindungsstruktur zwischen den nutzern dieses netzes, als auch die datenpakete, die auf diesem medium unterwegs sind und daten verschiedenster art transportieren.

wie alle technischen konstruktionen ist auch die ausgestaltung des internets den sozialen implikationen unterworfen. es wird zur zeit kontrolliert von den instanzen der internationalen geldeliten, die sowohl die technischen infrastrukturen als auch den zugang reglementieren. ihr interesse ist und war noch nie die entfaltung einer freien kommunikationskultur, sondern ausschliesslich die kapitalverwertung der beduerfnisse der menschen nach weltweiter kommunikation.

dem stellen wir eine technische infrastruktur entgegen, die sich ausschliesslich an den beduerfnissen der weltbevoelkerung an einer freien und offenen kommunikation orientiert und sich auf die lokale selbstorganisation stuetzt. auf der ebene der physikalischen transportstruktur ruht sie uuf kommunalen und lokal organisierten netzen mit eigener serverinstanz, die sich miteinander verbinden und so das netz  generieren. auf der protokollebene ruht sie auf statischen adressen, die sich aus der geografischen lage ableiten. jede kommune weltweit hat seine eigene adresse und ist damit vergleichbar der postalischen adresse.

in diesem konzept geht es um das IP protokoll. wesentlichstes element ist die IP-adresse, die zur zeit von zentralisierten instanzen verwaltet wird ohne einfluss der weltbevoelkerung. durch die regionale codierung der IP-adresse werden diese instanzen ueberfluessig. die gestaltung dieser adressen kann nur aus der internationalen open source gemeinschaft entstehen, weil nur sie die gewaehr gibt fuer die durchsetzung der interessen der weltbevoelkerung nach einer gleichberechtigten struktur.

ein IP-paket setzt sich zusammen aus dem IP-header mit den kontrollinformationen und den daten, die mit dem paket transportiert werden sollen. der name IPv8 ergibt sich aus der groesse der IP-adresse mit 8 Bytes. das sind 64 Bit und damit ein adressierungsraum von 2^64, etwa 18x10^18 elementen. wir erweitern den adressraum, weil wir an hoher redundanz interessiert sind. ein teil dieser adresse wird fuer die regional codierte adresse der kommune verwendet und der andere teil unterliegt der kommunalen selbstbestimmung.

damit entspricht der adressraum dem des realen IPv6-protocol, das aber in seiner 128 bit adresstruktur noch zusaetzliche adressmodifikationen enthaelt, auf die wir weitestgehend verzichten koennen. weil wir von einer gleichberechtigten und gleichwertigen grundlage aller netzteilnehmer ausgehen, entfallen viele detailspezifikationen, die nur der dominanz zentralisierter instanzen dienen. fuer uns sind alle netzteilnehmer gleichwertige akteure im netz.

wenn es sich in zukunft zeigt, dass der adressraum zu klein ist, wird die adresse erweitert, indem ein neues protokoll definiert wird. solche akte sind einfach zu handhaben in einer umgebung mit offener softwarestruktur. die gleichen prinzipien gelten auch fuer die hardware, die sich stetig, der entwicklung folgend, aendert, wenn wir ihnen den raum eroeffnen.

mit der neubestimmung der IP-adresse ist gleichzeitig eine reorganisation des IP-headers verbunden, die sich aus der internationalen und offenen diskussion um das neue IPv8-protokoll ergibt. eine wichtige erweiterung ist die MAC-adresse des interfaces des senders zur herstellung von offenheit und transparenz. multicast, eine paketvermehrung durch router, ist nicht moeglich und auch nicht notwendig. es generiert einen virtuellen adressraum ueber dem realen und stellt auch keine reduzierung der gesamtbelastung dar, weil die paketvermehrung trotzdem stattfindet, auch wenn die gesamtbelastung des pakettransports, in abhaengigkeit der verteilung der multi-gruppe, etwas reduziert werden kann. es generiert aber einen unsinnigen mehraufwand in der gesamten routerstruktur.

eines unserer prinzipien sind offenheit und transparenz. destruktive und andere schaedigende aktionen im internet sind nur moeglich in einer umgebung, die dunkle und verdeckte raeume zulaesst bzw. generiert. insbesondere durch die geografische bestimmung der adresse sind derartige akteure leicht zu identifizieren. gesellschaftliche instanzen wie das kommunikationssystem sind immer oeffentliche raeume, der kontrolle und den gestaltungsprinzipien der allgemeinheit unterworfen. dies muss sich auch in den technischen strukturen ausdruecken, indem wir diesen prinzipien ihren entfaltungsraum geben.

Dank fuer die Unterstuetzung an
Sala de Batalla Social Puerta del Mercosur Gran Sabana Venezuela
Grupo de Usuarios de Software Libre Calabozo Venezuela


die aktuelle diskussionsplattform in spanisch
http://guslca.org.ve/mailman/listinfo/red_intercomunal_guslca.org.ve
http://guslca.org.ve/mailman/listinfo/proyectoipv8_guslca.org.ve


Tags: IPv8, internet, kommunen, netzwerk

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Hierauf antworten

Antworten auf diese Diskussion

hochinteressant! danke für die Darstellung!

lieber franz,

weil deine antwort zu diesem text hier nicht erscheint, was aber wichtig waere, weil sie dazu gehoert, kopiere ich die wesentlichen teile ein, die fuer die diskussion notwendig sind.

 

> Hallo Willi,
> danke für die Darstellung. Ich kann nicht wirklich ermessen ob der virtuelle Adressenraum

> ein großes Problem ist. Scheint aber so zu sein, wenn Ihr Euch intensiv damit beschäftigt.

 

das deutet auf ein missverstaendnis der bedeutung der kommunikationsstrukturen hin. sie sind elementar fuer uns alle, weil sie uns den zugang zum menschlichen wissen eroeffnen. insbesondere dann, wenn wir alle privaten besitzansprueche hierauf aufloesen. also alle patent- und lizenzkonstruktionen.

 

wir beschaeftigen uns mit dem aufbau interkommunaler netzwerkstrukturen, weil wir sie selbst bestimmen wollen und sind nur ein kleiner teil in der grossen weltweiten bewegung zur demokratisierung und entkapitalisierung der kommunikativen netzwerke.

wir beschaeftigen uns mit den beiden basisleveln. der physikalischen ebene und dem transport der daten mit IP paketen. alle anderen ebenen sind fuer uns dabei irrelevant, weil sie immer auf diesen beiden ebenen aufsetzen.

aus deiner antwort geht hervor, dass du die texte nicht gelesen hast. es ist aber wichtig, um das zu verstehen, worum es uns geht. mag sein, dass die manches fremd erscheint. aber diese diskussionen fuehren wir auch mit menschen, die nur wenig moeglichkeiten haben und hatten, sich ueber institutionalisierte bildungseinrichtung mit technischen fragestellungen vertraut zu machen. deswegen sollte es dir eher leicht fallen, den inhalt unserer konzepte zu verstehen.

ich und wir suchen die diskussion in allen regionen unseres planeten. ich mache dies auch im deutschsprachigen raum. weil die fragestellungen der beiden gruppen SolCom und Netzwerk Globale Doerfer direkt in verbindung stehen mit unserer initiative und du diese beiden gruppen auch initiert hast, liegt es nahe, dass ich die diskussion mit dir suche.

deshalb meine bitte an dich, die texte in ruhe durchzulesen. auch den teil um das IP protokoll IPv8, auch wenn es dir vielleicht etwas unklar erscheint. wir haben in beiden konzepttexten auch unsere philosophischen grundanschauungen dargelegt, weil sie letztlich unsere arbeit begruenden.

mit lieben grussen, willi

 

Ich werde mir das nochmal in Ruhe anschauen....

Aber schon vorweg: es ist schwer zu begründen warum mit dem heutigen Internet eine interkommunale Kooperation nicht möglich sein sollte. Die Diskussion ist wichtig, weil sie um mögliche Zukünfte geht, aber sie trifft derzeit kaum auf Bereitschaft und Interesse hierzulande. Infrastruktur wurde weitgehend der Wirtschaft überantwortet, der Staat zieht sich zurück und die zivile Gesellschaft hat keine Mittel.

lieber franz,

das gleiche gilt natuerlich hier in lateinamerika. die strukturen sind identisch. es bieten sich privatorientierte instanzen an, auch staatlich unterstuetzt, die die technik und die zugriffsweisen okkupieren und monopolisieren.

gerade weil hier in venezuela das motiv, sich selbstaendig zu organisieren, so ausgepraegt ist, oeffnet sich den menschen der raum, dies auch zu tun.

das waere auch im deutschsprachigen raum moeglich, wie wir es im projekt FreiFunk sehen, ja, wenn die menschen es wollen. aber im deutschsprachigen raum ist die freiwillige selbstunterwerfung  soweit ausgepraegt, dass sie die moeglichkeiten nicht mehr sehen und voellig orientierungslos zuschauen.

allein die frage, wie wird die IP adresse definiert, fuehrt bei euch zur voelligen konfusion. das dies aber eine entscheidende frage ist, haben die leute noch gar nicht begriffen.

das internet laesst sich heute darstellen als ein system, das vor jedes haus eine schranke montiert und die leute bezahlen muessen, wenn sie die strasse nutzen. wenn wir das einem vernuenftig denkenden menschen so erklaeren, dann haelt er die leute fuer voellig verrueckt. aber so ist die wirklichkeit.

ueber die prinzipien der physikalischen transportschicht brauchen wir dabei noch gar nicht reden, weil das ist voellig absurd, was da konstruiert und organisiert wird.

auch deine reaktion ist typisch fuer den deutschsprachigen raum, weil die selbstorganisation voellig aus dem denkraum verbannt ist und sofort mit der konstruktion staat geantwortet wird. nur was das ist, das solltest du dich vorher fragen und nicht erwarten, das diese instanzen im interesse der buerger operieren.

mit lieben gruessen, willi

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