Transition Austria

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Konzept einer kommunal basierten kooperativen oekonomie

Grundlage einer vernuenftigen oekonomie ist das verstaendnis unserer lebensgrundlagen. Ueber die letzten jahrhunderte haben sich elitaere strukturen verfestigt, die die kapitalistische oekonomie mit dem geldsystem erforderlich machen. Die basis hierfuer ist das ziel, sich von meteriell produktiver taetigkeit zu befreien und hierfuer die abhaengigen, lohnabhaengigen der bevoelkerung zu benutzen. Abgesichert wird dies ueber ein rechtssystem, das die private aneignung allgemeiner ressourcen garantiert und hierfuer ein administrativ buerokratisches system installiert, das durch selektion und bevorteilung stetig reproduziert wird.

Dem stellen wir die grundlegende praemisse entgegen, dass alle menschen gleichwertig sind. Daraus folgt die gleichberechtigung und, vor allem, die gleichwertigkeit ihrer taetigkeiten. Spezifische vorbereitung auf eine bestimmte taetigkeit erwirkt keine wertigkeitsaenderung, sondern ist implizite vorraussetzung fuer eine bestimmte taetigkeitsausfuehrung.

Eine weitere philosophische praemisse ist unsere vorstellung der existenzgrundlagen menschlicher sozietaeten. Wie alle sozietaeten des tierreichs, und menschen sind nur eine spezielle tierart, ruht auch unsere auf 3 saeulen.

1. der natur. Sie gibt uns die stofflichkeit, ohne die unsere existenz nicht moeglich ist.

2. unsere taetigkeiten. Dies ist hochgradig variabel und bestimmt letztlich die rationalitaet unseres tuns. ueber das verstaendnis der inneren gesetzlichkeit der materie, den energieformen und den lebensprinzipien sind wir in der lage, die natur hochgradig zu unterstuetzen und so den aufwand fuer unsere materielle grundversorgung zu minimieren. Hierzu benutzen wir die anwendung der wissenschaften und techniken in unbeschraenkter form. Das verstaendnis der natur eroeffnet uns den blick, wir wir als bewusste partner der natur stabile lebensbedingungen generieren koennen.

3. die dritte saeule ist die kooperation. Sie steht der konkurrenten atomisierung der sozietaeten polar gegenueber. Wir wissen, dass die kooperation die grundlage aller lebensentwicklung ist. Nur die elitaeren strukturen aus den letzten, wenigen jahrtausenden haben und hatten ein grundlegendes interesse an der aufloesung kooperativer gemeinschaften. Alle grossen kulturen, und hier insbesondere die herausbildung von begrifflichkeiten und kommunikativen prozessen, ruhen auf diesen grundlagen. Und selbst heute kann jeder mensch die notwendigkeit von kooperation nachvollziehen, wenn er seine eigene entwicklung analysiert. Ohne die familiaere kooperation kann kein saeugling ueberleben.

So wie wir fakten, verhalten und relationen ernst nehmen und uns darauf einstellen, so nehmen wir auch naturallgemeine prinzipien ernst, weil wir selbst in unserem biosystem natur sind. Die natur kennzeichnet sich durch massive parallelitaet, massive dezentralitaet und massive redundanz aus. Erst die auf privater vorteilssuche ruhenden gesellschaftstypen erzeugten zentralitaet und mangel.

Ruhend auf diesen praemissen wird auch der name kommunal-kooperative oekonomie verstaendlich. Die kommunen sind die elemente der gesellschaftlichen sozietaeten. jede person lebt in einer kommune, dort generiert sie seine wesentlichen beziehungen, dort wurzelt der grossteil unserer lebenszusammenhaenge. Unser ziel sind starke, sich selbst organisierende kommunen mit einem hohen mass an souveraenitaet, subsidiaritaet und wissenschaftlichem verstaendnis. Propagandistische und doktrinaere ideologien haben dort keinen platz. Die wahrheitssuche ist oberstes prinzip unserer analytischen anstrengungen.

Die kooperation ist das wesensmerkmal innerhalb und im miteinander der kommunen. Die hoechste stufe ist erreicht, wenn kommune und kooperative zusammenfallen. Wir koennen die konfusion und begriffliche verwirrung all der vielen menschen auf diesem planeten nicht ignorieren, ist sie doch resultat steter konditionierung und indoktrination. Wir wollen jeder person die moeglichkeit einraeumen, mit entsprechender geschwindigkeit und fortschritt sich mit alternativen oekonomischen strukturen vertraut zu machen.

Ziel fuer uns ist die generierung eines guten lebens fuer alle, unabhaengig ihrer individuellen biografie und entwicklungsumgebung. Als saeuglinge koennen wir unsere eltern nicht aussuchen, nicht den ort und kontinent, nicht den sprach- und kulturraum. Es ist notwendig, in einer freien und auf unabhaengigkeit ruhenden entwicklungsumgebung die wege bestimmen zu koennen, die wir menschen gehen wollen. Jede zwanghaftigkeit durch tradierte konstruktionen, wie privateigentum an allgemeinen guetern, werden aufgeloest. Damit werden natuerlich auch alle nationalgrenzen ueberfluessig, weil sie nur abgesteckte dominanzraeume der eliten sind und auf dem amerikanischen kontinent erst durch die gewaltsame besetzung durch die europaer, sprich kolonialisierung, erzeugt wurden. Die menschheit ist die einzige tier- und lebensart, die sich derartiger zaeunung bedient und dies erst seit wenigen jahrhunderten auf der zeitskala ihrer entwicklung.

Im zentrum dieser oekonomie steht das tranportsystem analog zu unserem blutkreislauf. Es teilt sich auf in den transport von immateriellen und materiellen objekten. Immateriell sind die informationen, das wissen, unsere erfahrungen und methodenvermittlung. Also das ganze spektrum unserer kommunikativen prozesse. Materiell sind personen und gueter. Das transportsystem ist von seinem wesen her frei fuer jede person nutzbar. Dies ist abgeleitet aus der notwendigkeit eines netzwerks starker und selbstbewusster kommunen. Dem kommunikativen netzwerk, dem immateriellen transportsystem, kommt eine besondere bedeutung zu. Das wissen ueber die natur und die einsichten in ihre innere gesetzlichkeiten, die sich methodisch in der entfaltung von techniken ausdrueckt, ist das wesentliche instrumentarium zur entfaltung einer dezentralen und stabilen oekonomie, die sich notwendig an den prinzipien der natur orientiert.

Wissenschaft und technik sind welterbe. Jede person, die sich hierin entfaltet, setzt auf der arbeit ihrer vorfahren und zeitgenossen auf. Wir nutzen deren vorarbeit und, vielleicht, erweitern wir sie. Von daher steht das wissen der menschheit grundsaetzlich auch allen menschen frei zur verfuegung. Indem wir sie frei nutzen, koennen wir auch frei zu ihrer entfaltung beitragen. Sie ist allerdings auch die wesentliche bestimmung unserer taetigkeiten und damit ursaechlich verantwortlich ueber den sinn und unsinn dessen, was wir tun.

Die anwendung von technik ist fuer uns elementar, weil sie uns das leben erleichtert. Dies ist primaer ein kommunikativer akt, weil es zuerst um die methodische idee geht, die wir verstehen muessen, um dann die materiellen konstruktionen zu nutzen und dies auch zu koennen. Aus den entwicklungsprinzipien der natur wissen wir, dass die hoechste form zur entfaltung der freie zugang fuer alle ist, weil so maximal das bestehende potential zur verfuegung steht. Jede einschraenkung, sei es durch doktrinaere ideologien oder elitaere besitzansprueche, gelten fuer uns nicht, weil sie mit unseren grundprinzipien im widerspruch stehen.

Frei sind menschen nur dann, wenn sie unabhaengig sind und subjekt ihrer geschichte. Jeder form von versklavung, auch indirekter art, treten wir entschieden entgegen. Das geldsystem ist das instrument der eliten, um sich der menschen als arbeitssklaven zu bedienen. Es wird immer so eingestellt, dass der grossteil der bevoelkerung arbeiten muss, um ueber den geldtransfer ihr ueberleben organisieren zu koennen. Die mangelwirtschaft ist damit notwendige form zur aufrechterhaltung der lohnsklaverei. Dies ist auch die grundaussage aller nationaloekonomen und staatsrechtler in ihrem gefolge.

Das geldsystem ruht auf der abstraktion realer werte, die durch taetigkeiten entstehen. Die kapitalistische oekonomie setzt das geldsystem voraus. Kern ist die generierung und reproduktion von elitaeren strukturen. Die eliten brauchen das geldsystem, um sich von materieller produktion frei zu halten. Staatssysteme und verwaltungsrechtliche instanzen sind ihre gewaltinstrumente, um das system am leben zu erhalten.

Unsere oekonomie ruht auf unseren materiellen taetigkeiten, die gleichmaessig auf alle verteilt werden, weil jeder mensch die gleichen lebensgrundbeduerfnisse hat und sie auch befriedigen muss. Organisatorisch ruht sie auf den selbstaendigen kommunen, die sich als netzwerke organisieren und so die gesamtsozietaet bilden. Zentralisierende administrationsinstanzen sind ueberfluessig und parasitaer. indem wir alles ueberfluessige aufloesen, finden wir den zugang zum notwendigen. Die transportsysteme sind die verbindungsstrukturen der kommunen, die von ihnen zur freien verfuegung aller entsprechend dem bedarf organisiert werden. Es ist primaer eine frage der geografie, wie stark sich das materielle transportsystem der maschenstruktur des kommunikationsnetzwerks annaehern kann.

Auf der grundlage der gleichwertigkeit aller menschen ruht auch die gleichwertigkeit ihrer taetigkeiten. Spezielle vorbereitungen fuer bestimmte taetigkeiten sind implizite vorraussetzung, diese taetigkeiten ausfuehren zu koennen, ohne hierbei ihren zeitwert zu erhoehen. Mit der befreiung von wissenschaft und technik entfalten wir unsere taetigkeiten. machen sie rationaler, effektiver, den grundgesetzen der natur entsprechender. Letztlich sind produktive taetigkeiten diejenigen, die materielle resultate erzeugen. Administrative taetigkeiten sind parasitaerer natur und ueberfluessig. Durch rationale gestaltung auf der grundlage massiver dezentralisation brauchen wir keinen verwaltungsapparat, sondern nur den interkommunalen transport. Ziel ist, den materiellen anteil am transportsystem zu minimieren und ueber den immateriellen transport die allgemeine entwicklung zu maximieren.

Sind die nahrungsmittelschaffung, die elektrizitaets- und wasserversorgung, die abwasser- und muellaufbereitungssysteme, die transportsysteme notwendige grundlagen fuer unsere materielle existenz, wissenschaft und technik unsere wichtigen instrumente, um unsere taetigkeiten auszurichten, so ist die schule der ort, wo wir unseren kindern den raum einrichten, um ihren weg in ein selbstaendiges leben zu unterstuetzen. Naturgemaess ist lernen immer ein individueller akt, der auf der spezifischen biografie aufsetzt. Durch die allgemeinheit der ressourcenverfuegung koennen wir individuelle ungleichheiten und entwicklungsschranken minimieren. Ziel unserer schule ist die unterstuetzung der herausbildung sich selbst organisierender persoenlichkeiten mit einem hohen mass an einsicht in ihre lebensgrundlagen. Es gelten fuer uns keine quantitativen resultate. Sie sind gewissermassen zwangslaeufig entstehende ergebnisse in einer auf freier entfaltung der persoenlichkeit beruhenden umgebung. Schule ist raum der kinder, den sie sich unter hilfe der erwachsenen eigenstaendig gestalten. Sie entscheiden, mit welchen erwachsenen sie zusammenwirken wollen. Unabhaengig von der vorbereitung von erwachsenen auf zusammenarbeit mit kindern sind es diese, die die entscheidungen treffen und sich hier ausschliesslich auf ihre erfahrungen stuetzen.

Sind die kinder in der lage, sich selbstaendig zu organisieren, so verlassen sie entsprechend ihrem wunsch die schule und organisieren sich in universitaeren strukturen, um sich in ihren gewuenschten spezialgebieten zu vertiefen.

Diese schul- und hochschulstruktur bricht voellig mit den industrialisierten wissensabfuellanlagen, wie wir sie weltweit finden koennen. Die schule ist instrument der kinder, hochschule aller, die sich dem studium widmen wollen. Es existieren keine akademischen titel, keine formale inanspruchnahme von lehrtaetigkeiten. So wie die kinder ihre hilfspersonen aussuchen und bestimmen, so auch die studierenden. Die fragestellungen entstehen aus unseren lebensbeduerfnissen und taetigkeiten.

Auf basis des kommunal-basierten kommunikationsnetzwerks, das den freien zugang zum menschlichen wissen ermoeglicht, entstehen die netzwerkstrukturen der schueler und studenten, die es ihnen ermoeglicht, die situation weltweit zu erkennen und sich aktiv einzubringen. Geografische distanz und abgeschiedenheit sind kein mangel, sondern ruhen auf dem wunsch naturnaher lebenskonzepte. Schul- und hochschulzentralisationen sind primaer resultat eurokolonialistischer prozesse, um die elitaeren strukturen zu reproduzieren und die oekonomischen herrschaftsverhaeltnisse ueber administrative regularien zu zementieren.

Die kommunal-kooperative oekonomie rueckt die menschen in ihrer allgemeinheit wieder in den mittelpunkt. Sinn und zweck ist die gestaltung und stabilisierung der allgemeinen materiellen lebensgrundlagen als teil der gesamtheit der natur. Alle formen von raubtierarten sind primaer parasitaer, weil sie nichts zur entfaltung der natur beitragen und im prinzip stetig die eigene lebensgrundlage zerstoeren. Wir koennen ohne schwierigkeiten den verfall und die degeneration menschlicher zivilisationen weltweit nachvollziehen. Es nutzt wenig, hier auf der kritik und analyse stehen zu bleiben. Wir brauchen eine andere welt, die wir uns erschaffen.

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Und welche Kommunen, Schulen und Universitäten leben nach diesen Prinzipien? Welche kooperativen Angebote machen sie?

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