Transition Austria

Machbare Schritte und profunde Innovationen für eine zukunftsfähige Lebensweise

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Hallo Andreas,

hab mir den Text gestern durchgelesen,

3 Eindrücke:

1. altbekanntes, aber gut mal wieder geschärft zu haben (nachhaltige Entwicklung geht nicht mit Beibehaltung der Gesellschaftsverhältnisse bzw. voranschreitendem Wirtschaftswachstum und Konsum auf gleichem Niveau; nachhaltige Entwicklung kann nur gleichzeitig mit sozialer, solidarischer gesellschaftlicher Entwicklung einhergehen, )

2. gute Anmerkung, aber das war für mich von Anfang an klar: Transition Towns dürfen nicht zum Selbstzweck werden, die Idee sich in einer "Bubble" von der restlichen Welt abzukapseln sehe ich absolut nicht damit verbunden, sondern denke, dass es ein guter Ansatz sein kann Leute zu involvieren und in weiterer Folge auch politisch in eine Debatte zu integrieren, diese politischen Anspruch würde ich aber zu Beginn nicht betonen, sondern dann im Verlauf einfließen lassen. Ist die Idee, dass sich etwas ändern muss einmal wirklich internalisiert, dann denke ich lässt sich etwas anfangen.

3. Achtung beim Andocken oder Angedockt werden von/mit politischen Körperschaften - leicht kann die Initiative da zum Mascherl werden, oder aufgrund von erzeugtem institutionellen Leadership Anspruch Fahrt verlieren. Ich denke mir, dass es zu Beginn wichtig ist bestehende Strukturen wie z.b. (nicht ganz am Beginn, erst müssen die in österreich lokal bereits vorhandenen Best Practices gesammelt werden, aber in der nächsten Phase) Klimabündnis-Gemeinden, E5 Gemeinden, evtl. Attac Gemeinden derart zu integrieren, dass sie als Trägerrakete funktionieren. Über diese Institutionen können Menschen in die Gemeinden gehen und dort erste Anknüpfungspunkte herstellen. Wenn sich nach einem WS, Vortrag, oder was auch immer eine Person meldet, ... dann haben wir schon gewonnen. Ich würde sagen: vorhandene Strukturen Trägerrakete im 2. Schritt (nach Vernetzung bestehender alternativer Strukuren) 3. Schritt autonome Initiativen,
Vielleicht bin ich da etwas zu konservativ, oder auch zu realistisch, aber ich denke, dass wirklicher Druck von der Masse der Zivilgesellschaft erst in 5-10 Jahren kommen wird. In der gegenwärtigen Krise, die realistischerweise erst ab Herbst 2009 Frühjahr 2010 richtig losgeht und strukturell die kommenden 3-4 Jahre anhalten wird, kommt der Druck aus dem zivilgesellschaftlichen Mittelbau, den NGOs. Es wird in den nächsten 1 1/2 Jahren ziemliche Kämpfe um die Erhaltung des Status Quo und die notwendigen systemischen Veränderungen geben, was dabei herauskommt werden wir sehen. Ich persönliche beteilige mich wo es geht. Ich würde diese Kämpfe derzeit aber völlig aus den Transition Towns heraushalten, das würde das Projekt gleich vom Start weg als radikales Nischenprojekt an den Rand drängen worauf wir mehr achtgeben müssen als auf alles andere. Der Anspruch ist klar: das Transition Network ist nur nutzbringend, wenn der Ideelle Ansatz auch klar verfolgt wird und nicht verwässert, die selbstverständliche, empathische und unpolitische herangehensweise, die notwendig sein muss um in der 2. Phase zu funktionieren wäre meines Erachtens auch relativ klar. Wenn man die Leute dann einmal hat, dann kann man sie auch dazu bekommen, ihr Netzwerk derart auszuweiten, dass die radikaleren Ansätze gleich mitkommen. Ich denke mir auch, dass in der nicht öffentlichen Kommunikation derartiges auch angesprochen wird, ich würde es aber nicht auf das "Banner" schreiben.

was meinst du dazu?

liebe Grüß
Josef

PS: ich hab den Primer in den Ausformulierungen in Details überarbeitet, näheres im betreffenden Forum
Anhänge:
hi josef

zuerst zu unserer facebook-begegnung: ja, gern komm mal auf besuch - wir könnten da auch eine veranstaltung machen bei der gelegenheit (das aber eher erst im herbst). meld dich halt früh genug an, damit wir schauen können, ob wir eh da sind und raum ist (bei uns gibts ne couch).

wegen des kritischen textes: ich konnte ihn mir noch nicht durchlesen, habe aber deine anm. oben dazu gelesen - vielen dank dafür.

ich glaube, es hängt alles von einzelnen leuten ab, die die initiative gut finden und sich da einklinken. an formalisierte herangehensweisen glaube ich nicht, aber was etwas weiterbringt, wird sich eh von selbst zeigen.

bezüglich der "radikalität" würd ich es ähnlich sehen:

wenn theoretisch fragwürdiges verbreitet wird, gilt es dies zu kritisieren (so etwa aus meiner sicht die regionalgeld-ansätze, die hopkins promoted). aussichtsreiches wie genossenschaften dagegen oder betriebsübernahmen sind m.e. zu popularisieren. das sind für mich rein pragmatische fragen des "was funktioniert" und "was funktioniert nicht".

die krise wird denke ich überhaupt nicht mehr enden - kleine hochs nicht ausgeschlossen (wenngleich aus meiner sicht unwahrscheinlich). kämpfe gibt es immer und überall, aber viele sind nicht (gut) sichtbar und nicht "bewusst". die ngo's würd ich eher vergessen als emanzipative kraft - sie sind teil des staatsapparats und wer den staat ändern will (auch wenn man das nicht will wird man das wollen müssen), wird bei den ngo's ansetzen müssen (und diese z.b. kritisieren).

kurz gesagt beginnt m.e. die veränderung entweder nirgends oder an allen möglichen und unmöglichen punkten. die institutionen des kapitalismus sind wichtige orte solcher ausgangspunkte von veränderung, müssen aber selbst radikal verändert werden, um das ziel zu erreichen.

soweit mal vorerst, lg, andreas ps: sofern deine änderungen sprachliche dinge betreffen oder du zusätzlich teile übersetzt hast, ist das für mich voll okay - wo inhaltlich strittige übersetzungsfragen reinkommen (ich bin nicht oft aber doch manchmal etwas frei gewesen im übertragen) schreib mir das einfach, damit ich das gezielt anschauen kann. vielen dank im voraus!

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