Transition Austria

Machbare Schritte und profunde Innovationen für eine zukunftsfähige Lebensweise

Wozu Transition Austria - was ist der spezifische Ansatz im Gegensatz zu Eruosolar?

Am Kongress Solidarische Ökonomie bin ich nicht nur auf Transition Austria gestossen, sondern wurde auch auf den Solarstammtisch von http://www.eurosolar.at aufmerksam gemacht.

Was ist denn nun der grosse Unterschied zu Eurosolar, ausser das Transition Austria vermutlich etwas alternativer angehaucht ist? Wozu ein neues Grätzel gründen? Gibt es denn nicht schon mehr als genug Vereinsleichen? (Ich hab auch eine ;-))

Liebe Grüsse

Martin

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Hallo Martin,

auch ich war oft bei Eurosolar Stammtischen und hab viel Information dort bekommen. Transitionaustria oder allgemeiner das Transition Movement will Eurosolar nicht ersetzen. Vereinsleiche will es schon gar keine sein, sondern eher ein vitales Social Network, eine Drehscheibe von Aktivitäten und Informationen. Der Witz an Transition ist für mich der Fokus: ganzheitlich und nicht auf die Aktionen einzelner orientiert wie SOL, sondern eher an Gemeinden und Regionen und dem Fluss von Aktionen ineinander. SOL hat genauso seine Berechtigung wie Eurosolar, und über je mehr Perspektiven wir verfügen, umso reichhaltiger wird unser "Werkzeugkasten". Das einzig Reale ist ohnehin das Individuum, und diese Netzwerke erhöhen die Möglichkeiten für das Individuum, mit einer spezifischen sozialen Perspektive in Resonanz zu gehen.

Bei Transition wirst Du sofort und natürlich fragen: transition margareten, transition allhau - also auf die handlungsfähigen lokalen Einheiten (oder deren Möglichkeit) gehen wollen. Dennoch macht jede, also auch die globale Vernetzung dieser Einheiten, Sinn.

Im übrigen Danke dass Du hier bist. Wir legen nicht so rasch los wie andere, aber hier kannst Du erkennen was wir so ungefähr im Sinn haben:

http://transitionus.ning.com/

also ein fraktaler Ansatz der sich gut dazu eignet Spontaneität in Aktion überzuführen....
ich bin selbst gerade erst dazugekommen - aber ich denke es handelt sich um unterschiedliche anliegen.

eurosolar (und ähnl.) legen ihr augenmerk vor allem auf erneuerbare energien.

bei "transition towns" geht es (soweit ich es verstanden habe) viel mehr um eine art "koordinierte selbstversorgung" - darum das sich regionen mit dem lebensnotwendigen selbst versorgen können. (auch soziales = arbeitsplätze vor ort usw.)

es geht letztendlich um eine vernünftige lebensart.
der versuch sich darauf zu konzentrieren z.b. zu 100% auf alternative energiequellen umzusteigen hat den gedanken im hintergrund so weitermachen zu können wie bisher. das wird eher nichts am wirtschaftlichen und sozialem umfeld ändern und die bestehenden probleme werden nur etwas weiter in die zukunft verschleppt...

"transition" würde zu einer art "vernünftigen DEglobalisierung" führen und somit zu einer verbesserung des lebensumfeldes - nicht nur hierzulande sondern vor allem ärmere gebiete können so gewaltig profitieren.

die meisten sprechen auch immer nur vom "peak oil" und dem damit zusammenhängendem energieproblem.
dabei leben wir in einer welt mit vielen potentiellen ressourcenkrisen gleichzeitig. so wird uns in 20 jahren das (leistbare) kupfer ausgehen und in 30 das zink. "seltene erden" wie sie in der elektronik unabdinglich sind werden schon in wenigen jahren - uran noch vor dem ende der laufzeit von neuen kernkraftwerken zur neige gehen. lithium (für akkus) würde gerade mal für 50 millionen elektroautos reichen - also nur für die autos in deutschland z.b..
vom wasserproblem bei einer wachsenden weltbevölkerung gar nicht zu sprechen ebenso davon dass uns in 50 jahren ein phosporproblem bevorsteht ohne das pflanzenwachstum nicht möglich ist...

öl ist jedoch nicht nur energielieferant sondern DER rohstoff für die gesamte industrie. 95% aller artikel könnten ohne erdöl entweder gar nicht oder nur viel teurer hergestellt werden. fungizide, pestizide und herbizide werden aus erdöl hergestellt und dünger aus erdgas. wir steuern nicht "nur" auf ein energieproblem zu sondern mit vollgas auf ein ernährungsproblem und zwar auch hierzulande (je höher entwickelt ein land ist desto anfälliger ist es auch auf technologieausfall...)

mit anderen worten werden wir auf jeden fall werden gezwungen sein auf ein "einfacheres leben" (auch ohne lange transportwege) umzusteigen.
die "transition bewegung" beginnt schon mal damit sich auf dieses szenario vorzubereiten.
jeder einzelene mensch wird sich darauf einstellen MÜSSEN - für die meisten wird es jedoch sehr schmerzhaft sein.

alternative energien sind natürlich absolut notwendig (schon wegen dem klimaproblem) aber dennoch nur ein einziger aspekt von vielen. und wenn man die doch eher notwendigere ernährung betrachtet nicht unbedingt der wichtigste ;-)

IMO sind organisationen wie "eurosolar" "nur!" notwendige teilaspekte einer echten tansitionbewegung.

"transition" bedeutet seinen lebensstil zu einem nachhaltigen und menschlichen zu verändern und nicht nur zu versuchen "business as usual" mit vermeindlichen "alternativen" zu betreiben!!!
oder so ähnlich ;-)
herzlichen dank für deinen beitrag. ich bin überrascht und erfreut zu sehen, dass ich deine perspektive vollkommen teilen kann.
bin richtig begeistert über deine Zusammenstellung, ich schließe mich Andreas Exner an, der deine perspektive vollkommen teilen kann.

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