Transition Austria

Machbare Schritte und profunde Innovationen für eine zukunftsfähige Lebensweise

Knut Berndorfer schreibt in einer Nachricht an alle Gruppenmitglieder:


hab mir gerade das buch common wealth von negri/hardt besorgt und finde dass einiges davon in den kontext der mustersprache gebracht werden könnte (das gemeinsame, biosoziale produktion .... ) und natürlich in die parallelgruppe commons passen würde - ähnliche ansätze gibt es auch in der living systems theorie 


wie am besten umsetzen? - ich kann es mal alleine versuchen aber es gäbe es auch die möglichkeit dass 2,3 personen dran arbeiten


ist ning dafür das geeignete medium?


Ich denke schon. Vielleicht können wir hier mal einen Diskussionsthread starten, wo wir einige Muster anschauen....und wenn Konsens besteht ins Dorfwiki gehen....



Seitenaufrufe: 60

Antworten auf diese Diskussion

Ich sag gleich mein Bedenken. Ein Muster kann was sehr allgemeines sein, zum Beispiel "Das Gemeinsame", aber ich denke was immer zum Gegenstand der Mustertheorie im Unterschied zur Naturwissenschaft wird (das ist ein Punkt den ich noch nie so klar reflektiert habe) muss menschlichem Handeln zugänglich sein. Wenn etwas zum Muster wird, dann identifiziere ich es als etwas was ich gestalten kann, wo ich Gestaltungsregeln aufstellen kann, die auch aus praktischer Erfahrung gewonnen wurden. Von diesem Ethos ist die Mustertheorie durchdrungen und darin untserscheidet sie sich von "reiner" Wissenschaft die nur wissen will die die Sachen an sich sind, ohne menschliches Zutun.

Führe doch hier einmal so ein Muster probeweise aus und schau mal welchen Erkenntnisgewinn wir dadurch kriegen.
Knut, ich wäre gerne dabei. Schließe mich mit vergnügtem Augenzwinkern auch an den Kommentar von Farnz an (denn in diesem Bereich hatten wir in den vergangenen Jahren die größten Denkdifferenzen).

Nur ein Beispiel: Ich arbeite gerade die Dorfentwicklungs-Litertatur durch (u. a. die 9-bändige Deutsche Lehrgangsmaterialien) und da finden sich zum Theme "Frauen" die hochwissenschaftlichsten und positivsten Aussagen, von der Doppel- und Dreifachbelastung, der besonderen Betroffenheit von Strukturänderungen, dem Mangel an Arbeitsplätzen, dass man Frauen mehr beteiligen sollte, auf Grund ihres weiblich-intuitiven Intelligenz, weil sie tendenziell auch die Interessen der Jugendlichen und Alten mitvertreten usw. usf. ... aber, wie das denn eine positive Entwicklung für die Frauen im Dorf zu machen sei, dafür findet sich kaum eine Vorstellung. Es gibt einen Verweis auf die Landfrauenverbände und es gibt als höchstes der Gefühle, die Erwähnung eines Förderprojektes "Treffpunkt F" wo in einigen Gemeinden besondere Treffpunkte für Frauen geschaffen wurden.

Das zeigt für mich das ganze Dilemma einer wissenschaftlich-analytischen, werte- oder weisungsorientierten, auch kategorialen Herangehensweise. Da fordert Franz "...muss menschlichem Handeln ..." und ich verstärke das und sage, Muster müssen so ausgeführt werden, dass sie als Handlungsoptionen für die Beteiligten dienlich sind.

Beispielsweise wäre imho ein einziges Muster "Gemeinschaftsgarten" (Sabine Jakosch hier), das auf Landesebene durchgedacht, angeregt, gefördert würde, eine Riesensprung vorwärts.

In diesem Sinne könnten wir sichtend und aufarbeitend, synthesisierend, aufzeiegn und anbieten, wie entwicklerisch etwas in Bewegung gesetzt werden kann.
lieber helmut,

ja, das muster gemeinschaftsgarten entfalten .... umso mehr weil in ottensheim wo ich an einem dorfentwicklungsprojekt beteiligt bin, eine derartige gruppe existiert

... an diesem muster zu arbeiten bin ich voll dabei - da hab ich im slow food almanach auch einen tollen artikel ein schulgartenprojekt gefunden, mit dem ziel lerngemeinschaften zu bilden - communita im sinne von cum munus-gabe und com moenia - mauer, schutzwehr - ... gabe als bedingungsloser austausch zusammen mit der defensiven logik der stadtmauer - das entspricht der identät und den grenzen von muster 0.6

ich könnte den artikel scannen und schicken - entweder per email oder als anhang??

oder ist das muster gemeinschaftgarten von sabine jakosch schon formuliert?

lg
knut
Lieber Knut, ich habe Sabine Jakosch Anfang Juli am Rande des 1. Mustertheorie-Workshops, der bei Franz Nahrada im Karolinenhof stattfand, kennen gelernt und sie hat mir etwa eine halbe Stunde über die GG-Bewegung erzählt und wir haben ein bisschen diskutiert. Ich kenne ein ähnliches Projekt vom Hörensagen in Graz. Ich habe gesehen, dass sie hier im Transition-Forum eine eigene Gruppe "Transition Gärten" eingerichtet hat, wobei die Kommunikation noch nicht richtig in Gang gekommen ist. Vielleicht möchtest du dich dort auch als Gruppenmitglied eintragen und dein Interesse kundtun. Vielleicht können wir einen gemeinsamen Verschriftlichungsprozess in Gang setzen. Würde ich heute in meiner Umgebung ein Gemeinschaftsgartenprojekt anstoßen oder mich beteiligen, so wüsste ich ... im Grunde fast gar nichts über die notwendigen Überlegungen und Prozesse. Ein paar triviale Dinge kann ich mir vorstellen: die Auswahl des Grundes, die Notwendigkeit eines Vereines, die Notwendigkeit, Unterstützung von Experten des Gartenbaus oder der Permakultur zu haben, etc. aber ich bin mir sicher, dass alleine die elementaren Dinge ein Buch füllen würden. Entweder existiert so ein Buch, oder jemand wird es schreiben müssen, um solche Projekte voran zu bringen.

Transition wäre vermutlich nicht das, was es ist, ohne seine Dokumente, Broschüren, Kurse und Bücher (Transition Books). Es gibt auch das Muster "Becoming the Media", im Sinne von "Erzeugen wir unsere eigenen Medien!".

Vielleicht könntet ihr euch ja als Musterprojekt einbringen, und die Niederschrift und Aufarbeitung eurer Erfahrungen in euer Projekt integrieren. Vermutlich lässt sich das mit wissenschaftlicher begleitung und Förderung dafür kombinieren. Und es bringt viel öffentliche Wahrnehmung zusätzlich.

lg Helmut
lieber franz,

der slow food almanach 2008 ist echt gut - zB der beitrag von fritjof capra "nachhaltige gemeinschaften" - ich hab dir meinen auszug von hidden connections in englisch gezeigt - könnte ein muster sein (selbst-generierende systeme, soziale netzwerke)
ich kann gerne meinen englischen text (und entsprechend einen auszug auf capras artikel) als anfang hier einbringen
schau dir mal den artikel an
knut
das Gute an der Forum - Form ist dass hier die Dinge möglichst verdichtet dargestellt werden können. Sonst (wenns mehr als eine Seite ist) würden wir den Text ins Dorfwiki stellen.

RSS

© 2020   Erstellt von Franz Nahrada.   Powered by

Badges  |  Ein Problem melden  |  Nutzungsbedingungen