Transition Austria

Machbare Schritte und profunde Innovationen für eine zukunftsfähige Lebensweise

Im Auftrag von Inga - the English Trainer:

I. Ingas neueste Geschichte

Alles begann mit einer Email der Britisch-Österreichischen Gesellschaft Klagenfurt an vier verschiedene DolmetscherInnen englischer Muttersprache - eine davon war ich. Darin wurden wir eingeladen bei einem Referat an der Klagenfurter Universität zum Thema „ecological open sewers“, also „ökologische offene Abwasserkanäle“ zu übersetzen.

Die einzige Rückmeldung erhielten sie von mir, der „älteste Jungunternehmerin Kärntens“ – ich wollte aber mehr darüber erfahren. Angeregt durch mein bereits vorhandenes Interesse an Naturschutz und durch 12 in Südostasien verbracht Jahre gewöhnt an offene Abwässer, bat ich um ein weiterführendes Gespräch um genau herauszufinden was ich zu tun hätte und worum es eigentlich ging.

Einige Stunden und manch gelöstes Missverständnis später, hatte ich bereits beschlossen ein Stück auf den Open Source Ecology Zug aufzuspringen.

Als ich Marcin bei seinem Vortrag dann persönlich kennen lernte und die komplette Bandbreite seines Projekts – die Grundidee dahinter, die Vision für die Zukunft und ihre Verwirklichung in der Gegenwart – begriff, wurde aus dem kleinen Flämmchen der Neugier eine Flamme der Begeisterung.

Also sprang ich im wahrsten Sinne des Wortes auf den nächsten Zug auf und leistete Marcin für den Rest seines Aufenthalts Gesellschaft. Warum? Because "Yes we can!"

Marcin interviewte Inga im Zug

Aber damit nicht genug. Ich hatte bald beschlossen der kleinen Gemeinschaft beizutreten und als “Dorfälteste” Factor e Farm vorläufig einen Monat lang im Sommer zu besuchen und danach zu sehen wie sich die Dinge weiter entwickeln.

Aber als Dorfälteste benötige ich natürlich eine angemessene Behausung und so wurde ein neues Projekt geboren: eine “Open Source Architektur Projektausschreibung“.
Ziel ist während meines Aufenthalts ein Haus frei nach den Wünschen, Vorstellungen und Bedürfnissen einer „normalen“ Person zu bauen, alles im Rahmen und mit den Mitteln der Factor e Farm.
Mithilfe dieses Projekts möchte ich an meiner Person zeigen, dass es in naher Zukunft möglich ist einen gehobenen Lebensstandard zu verwirklichen allein über den Einsatz lokaler Ressourcen und globaler Kooperation!

Hier steh ich nun und fordere mich, und fordere Euch auf, die Idee zu verwirklichen und mein Leben um ein neues Abenteuer zu bereichern!
An alle Architekten, User, Fans: Schreibt mir ob und was Ihr zu diesem Abenteuer beitragen könnt!

So sehen meine ersten Vorstellungen aus:

II. Ingas Vorgaben und Wünsche zum Design: Ein kleine Haus im natürlichen Umfeld aus natürlichen, lokalen Baustoffen

Soweit möglich möchte ich versuchen die Erdziegel, die wir selber herstellen, für die Konstruktion zu verwenden. Auch für den Boden, für den es wahrscheinlich einer speziellen Endbearbeitung der Ziegeloberfläche bedarf.
Falls irgendwie machbar würde ich mir weiters wünschen ein Kuppelgewölbe als Dachkonstruktion einzusetzen. Ein zusätzliches rundes Fenster in der Mitte der Kuppel wäre dann der krönende Abschluss (obwohl ich zugebe, dass ich mir das als technische Herausforderung vorstelle).

Das Haus sollte 45-50 m² groß und rechteckig sein: Ein Würfel mit einer Kuppel!
Ein großes Fenster soll nach Süden oder Südwesten schauen und dieser Teil des Hauses sollte einen angeschlossenen Wintergarten besitzen um im Winter Blumen und Kräuter ziehen zu können. Es wäre praktisch wenn der Untergrund eine leichte Neigung aufwiese, damit das Regenwasser leichter abfließen kann. Weiters sollte das Haus eine kleine Küche und ein kleines Badezimmer besitzen.

Da die Ziegel an der Außenfront nicht unbearbeitet gelassen werden können, dachte ich an Rauputz als Verputzmöglichkeit. Auch die Kuppel muss wasserdicht und glatt sein, damit sich am höchsten Punkt keine Tropfen sammeln können. Die Fensterrahmen sollten aus Holz sein (außer es gelingt eine Herstellung aus Bio-Plastik!).

Rund um die Kuppel stelle ich mir eine Dachrinne vor, die sich wie eine Halskrause um einen Hals schmiegt, um das Regenwasser zur Weiterverwendung zu gewinnen.
Die Details der Regenwasserspeicherung unterliegen den lokalen Gegebenheiten wie Niederschlagsmenge, etc. aber als Speicherplatz könnte ein Reservoir unter dem Wintergarten geplant werden.

Rund um das Haus würde ich gerne einen kleinen Gemüse- und Blumengarten pflanzen.

Alle Baumaterialien und Pläne müssen unter einer Open Source Lizenz stehen, damit jeder, der möchte dieses Haus bauen kann (und damit wir es im Laufe der Jahre reparieren können)!

III. Global Village @ Factor E Farm

Dieses Haus wird das erste neue Haus des Dorfes werden und mit etwas Glück werden auch alle folgenden Häuser in dieser oder einer sehr ähnlichen Philosophie errichtet werden. Deshalb wird dieses, mein Haus als Vorzeigemodell für alle anderen Häuser im zukünftigen Dorf dienen.

Um die Abwässer zu säubern ,würde ich deshalb gern ein Bio-Filter System installieren, um das gesäuberte Wasser in einen Fisch und Badeteich auszudehnen, falls das möglich ist.

Als Energielieferant für Heizen, Kochen, warmes Wasser etc. habe ich mir Sonnenenergie vorgestellt, mit eigenen Sonnenkollektoren zur Warmwasseraufbereitung und der Elektrizitätsgewinnung aus den Solarkonzentratoren in der Nähe des Glashauses (falls er dann schon existiert)

Weitere Vorhaben

Von technischer Seite her muss die neue Version der CEB-Presse fertig gestellt werden (Anschaffung der Teile etc., elektronische Schaltkreise, Bauen eines Mikro-Traktors, und eines Zerstäubers; Marcin wird diese Unterpunkte näher ausführen)

Zuallererst werden wir den Grundstücksplan sowie die Bodenbeschaffenheit, die generelle Planung bzgl. Wasser etc. sowie die vorhandene und geplante Dorfinfrastruktur zur Verfügung stellen. Auf diesen Plänen werden die Designs der Architekten für das Haus aufbauen! Ich vertraue hierbei auf Franz Nahradas gute Verbindungen.

Da dies ein Open Source Projekt darstellt, werden alle guten Designpläne und Entscheidungen, aber auch alle anderen guten Entwürfe und Lösungsmöglichkeiten dokumentiert und frei zur Verfügung gestellt um für zukünftige Konstruktionen verschiedene mögliche „Design Muster“ nutzen zu können.

Für weiterführende Fragen sende einfach eine Nachricht an Inga auf Transition Austria.

Und falls du mich live und in Aktion sehen willst, geh einfach auf:
http://openfarmtech.org/weblog/?p=687

Viel Glück und alles Liebe

Inga from OSE
*****************

PS: Es gibt auch noch ein Versprechen: Jeder der Ingas Haus Projekt mit einer Spende unterstützt, bekommt einen persönlichen Ziegel mit seinem Namen drauf!
Ich werde diese Ziegel selber pressen und allen Besuchern sichtbar ausstellen ; )
Wer mehr spendet, bekommt natürlich auch mehr persönliche Ziegel in meinem Haus!
In meinem OSE Blog könnt ihr alle Fortschritte und Reaktionen live und in Farbe mitverfolgen

Seitenaufrufe: 98

Antworten auf diese Diskussion

Auch auf die Gefahr, dass es aussieht, als ob ich hier allein diskutiere: Hier in meinem eigenen Namen gleich eine Beitrag, da ich ja besonders an nachhaltigem Bauen und Architektur interessiert bin.

Ich würde gern das Beispiel des Earthships, das Mike Reynolds und sein Team auf den Andaman Insel als Aufbauprojekt nach dem Tsunami gebaut haben:
Sie haben ein einräumoges Häuschen für eine Familie gebaut, das unter der Wohnfläche ein Zisterne verbirgt, die das auf dem Dach eigefangene Wasser speichert. Durch die Dachform wird das Regenwasser durch einen mechanischen Filter in die Zisterne geleitet.


Hier der obere Abschluss der Zisterne, der dann bedeckt wird:

und

Danke Michaela für dieses Forum und das Modell wie sich Menschen hier einklinken können. Es wäre schön wenn wir viele ähnliche Geschichten mit Bildern hier sehen könnten, die eine Antwort auf Ingas Fragen geben.

übrigens hab ich die Story auch ins Dorfwiki gelegt, da kann man dann später ein Resümé schreiben:

http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?OpenSourceEcology/IngasHaus

RSS

© 2019   Erstellt von Franz Nahrada.   Powered by

Badges  |  Ein Problem melden  |  Nutzungsbedingungen