Transition Austria

Machbare Schritte und profunde Innovationen für eine zukunftsfähige Lebensweise

Es war hier lange Zeit nichts los - das hat einen triftigen Grund. Ingas Besuch bei Marcin war alles andere als erfolgreich und hat uns eher einen Einblick in große menschliche Schwächen des OSE - Begründers gegeben, die unseren Enthusiasmus ein wenig gedämpft haben. Wir werden versuchen damit zu leben und bestimmte Ansprüche herunterzuschrauben; auf der anderen Seite wollen wir aber dass die Ziele von OSE erreicht werden. Wie können wir es schaffen, dass OSE wächst und die Kinderkrankheiten überwindet?

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Antworten auf diese Diskussion

Ich denke (so mal aus dem Bauch heraus), indem wir OSE an die open source software community "angleichen". Dort hat auch nicht mehr "einer das Sagen". Wir sollten uns keinesfalls von einem Guru abhängig machen, oder diesem zuarbeiten, das wäre gegen jeden open source Gedanken. Projekte sollten möglichst vielfältig und bestens dokumentiert werden. Aufgabenstellungen sollten sich die Ausführenden selbst geben/suchen und wenn es einmal einen größeren Pool (20, 25 aufwärts) erfolgreicher Projekte, die über die "Wehwechen" des ersten Prototypen raus sind (und daher auch von jedem angefertigt und bedient werden können), erst dann sollte wirkliche Koordination in Form von Vorgabe von "Forschungsrichtungen" einsetzen. Das sollte von der gesamten aktiven OSE-Community vorgenommen werden und auf Konsensbasis geschehen.
Immer nach dem Motto: "So low-tech wie möglich, so high-tech wie nötig!"
Ich hab so ein bischen meine Bedenken beim einfachen "Übertragen" von der Softwarewelt, schließlich beschäftige ich mich seit Anfang der Oekonux Bewegung damit. Ich seh gerade in der Open Source Bewegung unglaublich viel an Zersplitterung an Kräften, wenn man auf Sourceforge nachsieht dann sieht man dass manches Rad gleich ein paar hundertmal erfunden wird und daher nie zu etwas Rundem wird.

Insofern gefiel und gefällt mir Marcins "Grand Vision" eines interoperablen toolkits aus modular zusammengesetzen Elementen schon sehr sehr gut, obwohl einige der Basisprämissen dem Prinzip der aspektuellen Autarkie widersprechen (Marcin will zum Beispiel dass im Endeffekt jedes Dorf sich Metall selber schmilzt, also das ist sicher noch verrückter als Maos "großer Sprung nach vorne" mit einem Hochofen pro Volkskommune. Aspektuelle Autarkie heißt, mach das was Du ohne verrückt hohen Aufwand an Arbeitskraft Energie oder sonstigen Ressourcen selber schaffst und überlasse Dinge von Aufwand einem Netzwerkverbund an dem Du als gleichberechtigter Partner teilhast oder wenns den noch nicht gibt, dann benutze einstweilen die Angebote der Geschäftswelt soferne sie zu Dir passen).

Ich halte es also genau umgekehrt zu einem Punkt Deines Vorschlages und sage lieber, "möglichst erst denken und planen dann tun", das garantiert eine ganze Menge ersparter Mühen und Disaster. Unsere Wirtschaftsgesellschaft ist ja gerade eine die alles aus situativen Kontexten heraus angeht und damit stoffliche und soziale Irrationalität sondergleichen erzeugt. Und dort wo stoffliche Ressourcen im Spiel sind muss das doppelt gelten. Bei der Software kann man sich solche Spielchen grad noch leisten.

Mir wäre schon lieb wenn es endlich innerhalb der OSE - Bewegung mehrere Zentren gäbe (UND VOR ALLEM EINES IN ÖSTERREICH), dann würde sich die Rolle des Gurus automatisch reduzieren, weil dann würde er an den praktischen Wirkungen und an der Nutzbarkeit der Technologien gemessen und nicht einfach an seinen Behauptungen. Theoretische Mängel würden nicht kaschiert werden, man würde sehen was benötigt wird damit das Zeug wirklich taugt. The product is the message.

Ich wünsch mir dass Inga sich endlich hier zu Wort meldet, sie hat auf hartem Weg lernen müssen dass viele Behauptungen des Meisters einfach höchst bezweifelbar sind. ich halte es trotzdem für unglaublich wichtig dass es ihn gibt.
Bin weitestgehend deiner Meinung. Das wichtigste ist, dass Akteure autonom agieren können. Ich sehe nicht mal die Notwendigkeit einer Vorgabe von Forschungsrichtungen. Notwendig wäre aber die Etablierung von Standards und Schnittstellen im Stile der RFCs, damit die modularen Komponenten zusammenpassen. -- lg Helmut

Die Diskussion ist mittlerweile ein wenig akademisch, denn die praktische Entwicklung zeigt dass OSE seit neuestem explosionsartig wächst, dazu hat Marcins TED Vortrag sehr viel beigetragen. Mich beeindrucken vor allem die persönlichen Berichte der neuen Leute und ihr Enthusiasmus:

 

http://openfarmtech.org/weblog/2011/05/greetings/

http://www.nikolay-georgiev.net/blog/2011/04/changes-after-quiting-...

 

ich denke dieser Vorgang ist nun schon selbstverstärkend geworden.

Mich fasziniert dieses Thema sehr! Auch als nicht Techniker!

Was hat es mit dieser Aussage (Ich wünsch mir dass Inga sich endlich hier zu Wort meldet, sie hat auf hartem Weg lernen müssen dass viele Behauptungen des Meisters einfach höchst bezweifelbar sind - Franz N.) auf sich? Hintergrund? Oder hat sich das erübrigt, geklärt!?

Inga hat einfach die Dinge die sie beobachtet hat nur im kleinen Kreis weitergegeben. Mittlerweile gibt es eine aktive OSE Europe Gruppe mit dem Plan, in Millares in Spanien ein europäisches Pendant zu errichten.

http://groups.google.com/group/ose-europe

http://www.oseeurope.org/forum/index.php

http://piratepad.net/OS-Millares-revision-plan

http://piratepad.net/OS-Millares

Leider ist die Debatte bis jetzt an uns spurlos vorbeigegangen!

Millares scheint nix zu werden, aber das heißt nicht dass nicht andere Pläne wachsen:

http://www.oseeurope.org

Ein neuer Ansatz bietet sich vielleicht mit dem OpenLandLab von Leopold Zyka. Wir werden dazu eine eigene Gruppe in Transition Austria machen.

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