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Agrarkollektiv bei Fehring - News Arbeitsbeginn - Mitarbeiter:innen willkommen!

Hallo

Letztes Wochenende haben Raimund, Alice, Christian, Su und ich - zusammen mit unseren beiden Nachwüchsler:innen - das Grundstück bei Fehring besichtigt, wo alternative Landwirtschaft in der Art einer "Selbstversorger-CSA" stattfinden soll, und mit der Arbeit begonnen.

Nachdem Raimund (der Eigentümer) seit Jahren nicht mehr vor Ort war, hatte der Lokalaugenschein besondere Bedeutung.

LAND- und FORSTWIRTSCHAFTLICHE FLÄCHEN

Ein Teil der Gruppe auf der Rodung im Birkenwald auf ehemaligem Acker

Das gesamte Grundstück ist 2,5 ha groß. Wie der aktuelle Grundbuchauszug zeigt, ist der Großteil als Acker
geführt, ein kleinerer Teil als Streuobstwiese. Dazu gibt es einen kleineren Abschnitt von etwa 0,5 ha Wald.

Der Acker wurde seit 12 Jahren vom bereits gekündigten Vorpächter, einem an Permakultur orientierten Verein, nicht mehr bewirtschaftet. Er ist dementsprechend verbracht. Etwa die Hälfte ist mit Birken bestanden, die andere von Gras und Stauden, vor allem Goldrute und Reitgras. Die Fruchtbarkeit dürfte unterschiedlich sein, der Boden ist teilweise sandige, teilweise eher lehmige Braunerde. Wasserversorgung und Sonneneinstrahlung dürften großteils recht günstig sein.

Die Weide wurde offenbar zumindest einmal geschlegelt und wäre mit ein paar Schafen leicht wiederherstellbar.

Bei der Rodung auf ehemaligem Acker

Raimund, der Eigentümer, bei der Mahd der Goldrutenflur auf ehemaligem Acker mit der Streusense

Unser beider Werk von je ungefähr 10 gemächlichen Arbeitsstunden: Wo der Birkenwald dicht war, kann direkt mit der Einsaat einer Gründüngung begonnen werden.

Bei der Begutachtung der verbrachenden Weide (Südhang)

GEBÄUDE

Das schon vor 12 Jahren baufällige Wohnhaus ist inzwischen mangels sachgemäßer Instandsetzung (Reparatur des Daches) unwiederherstellbar verfallen. Das Kellerstöckl kann bewohnt werden, ist jedoch klein und feucht. Es gibt ein beheizbares Gartenhaus und Lagerplätze für Zelte. Für Arbeitsaufenthalte und sommerliches Wohnen ist die Infrastruktur gut geeignet. Das Gartenhaus könnte auch im Winter genutzt werden.

WAS WURDE GEARBEITET?

Wir haben in insgesamt rund 10 gemächlichen Arbeitsstunden pro Person (ca. insgesamt 2 Tage Aufenthalt) ein ca. 500 Qm großes Stück des mit Birken bestandenen Teils des Ackers freigeschlägert. Dies geschah mit einfachsten Mitteln: Bügelsäge und Astschere. Mit Ausnahme weniger sehr dicker Birken ist dies problemlos möglich.

Die Birken wurden zerteilt und als Brennholzvorrat trockengelegt.

Jene Teile, die mit Goldrute und Brombeere oder Himbeere bestanden waren, wurden mit der Streusense gemäht. Auch dies ist problemlos möglich. Ein Teil einer Brombeerhecke nahe des alten, verfallenden Wirtschaftsgebäudes wurde mit der Astschere entfernt.

WAS SOLL WEITER GEARBEITET WERDEN?

Die Gruppe, die vor Ort war, wird sich zu einer Besprechung in Graz treffen. Termin wird festgelegt. Interessierte willkommen! Bei Interesse Mail an andreas.exner ÄT aon.at

Der restliche Birkenbestand sollte der Effizienz wegen mit der Motorsäge entfernt werden. Raimund kann damit umgehen und uns den sachgemäßen Einsatz zeigen. Geräte sind bei Baumärkten ausleihbar. Die Gruppe kann vermutlich ein Auto nutzen.

Danach ist eine Leguminosensaat zur Düngung noch im Herbst geplant. Die Entfernung derselben im Frühjahr ist mitzubedenken. Motorfräsen zum Bodenumbruch oder zur Entfernung von Pflanzendecken sind leistbar, auch auszuborgen; es wird aber noch in Erfahrung gebracht, ob diese nur für den Brachacker einsetzbar sind, der eine Grasnabe und Goldrutenflur trägt, oder auch für den Teil, der mit Birken bestanden war (und wo die Stumpen bis zur Verrottung in 5-10 Jahren im Boden bleiben).

Weiters gibt es Allround-Geräte für Gemüsebetrieben mit bis zu 2 ha, z.B. "Weedmaster" der Firma Kress, die von einer Person geschoben werden und u.a. über eine Abflämmvorrichtung verfügen. Ob damit sowohl die Gründüngung als auch das nach der Sensenmahd verbleibende Unkraut beseitigt werden kann um eine Saat zu erlauben, wurde bei der Firma angefragt.

Die notwendigen Investitionskosten dürften sich auf 2.000 - 5.000 EUR belaufen, Näheres ist noch zu recherchieren.

Da es in Hausmannstätten nahe Graz inzwischen ein weiteres kleines Projekt zur Bewirtschaftung eines Ackers, der verbracht ist, existiert, wurde angefragt, ob ein gemeinsamer Kauf der nötigen Geräte denkbar wäre. Übrigens gibt es in Thal bei Graz ebenfalls eine Grundstückseigentümerin, die gemeinschaftliche Landwirtschaft fördern will. Optimalerweise hätte eine "Selbstversorger-CSA" ja mehrere Standorte, um eine schöne Palette an Gemüse und Obst produzieren zu können. Am Grundstück bei Fehring sind aufgrund der Entfernung (ca. insgesamt 2 Stunden Fahrzeit mit Bahn und Rad, mit Auto etwas schneller) momentan nur Grundnahrungsmittel und Obst praktikabel.

Nach der Gründüngung ist daher an die Pflanzung von Erdapfel, Kürbis, eventuell auch Mais und Bohnen in Mischung gedacht. Möglicherweise wird ein Zaun nötig sein, angeblich fressen die (dahingehend offenbar recht unerfahrenen) Rehe der Gegend sogar Erdapfelkraut, der Wildstand ist hoch und der Wald nahe.

Weitere Ideen gibt es schon einige, mehr dazu beim Treffen. Wer Tips hat, wie man Ackerbrachen am Besten wieder Instand setzt oder besondere Kenntnisse landwirtschaftlicher Kleintechnologien hat, möge sich bitte melden!

Bei Interesse Mail an andreas.exner ÄT aon.at

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